BTHVN – HLDRLN 2020 : In lieblicher Bläue blühet | Heiliger Dankgesang

Ludwig van Beethovens Streichquartett a-Moll Op. 132
verschränkt mit Friedrich Hölderlins „In lieblicher Bläue blühet ..“.

Vor dem „Heiligen Dankgesang“ krähet eine Fahne oben im Wind, die das wohl bekannteste Gedicht Hölderlins, „Hälfte des Lebens“ wie den Schatten eines Bruchstückes anklingen lässt. Es folgt ein Abstieg aus dem Glockenturm bis zu den einsamen Tauben auf dem Kirchhof; da geht ein Mann, er schaut in den Spiegel, Ödipus und Sommerflecken teilen sich das Leiden. Er ist nicht mehr ganz, der Mann, und er fragt, ob das wohl Gott gefällt.

Die Logik im Zusammenhang des Gesagten liegt außerhalb aller gängigen Pfade. Es wird die Bildsamkeit des Menschen genannt, die herauskommt, wenn die Gestalt sich absondert. Dieses Gedicht geht wirklich einen sonderbaren Weg.

17 Sätze, dann 16, dann 15. „Und niemand weiß, von wannen und was einem geschiehet“. Fernab eines gewohnten Verständnisses verzaubert Sprache unsere Vorstellungswelt.

Denn jeder Gedanke blüht, jeder Satz, jedes Kolon und jedes Wort im Zusammenklang von Artikulation, Rhythmus und Sprachgestalt, ambig, schillernd und doch im Gefüge.

So war die Erstaufführung dieser Komposition geplant:

Webseite Lucerne Festival 2020 (abgesagt)


Quatuor Diotima
 Yun-Peng Zhao, Violine | Constance Ronzatti, Violine | Franck Chevalier, Viola | Pierre Morlet, Violoncello
Michael Engelhardt
  Sprecher

Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Streichquartett a-Moll op. 132

Friedrich Hölderlin (1770–1843)
In lieblicher Bläue blühet