angesagt – abgesagt

Hölderlin Michael Engelhardt

wenn Einfälle das Haus hat

Nicht erst, wenn alles wieder „sicher“ ist, müssen wir unsere Kunst zu den Menschen bringen, sondern immer, also jetzt.

Wir Bühnenkünstler*innen hatten es noch nie leicht. Wir können mit Krisen umgehen, das ist unser Brot (und Wein), Jahr aus – Jahr ein.

Aber unser Publikum braucht Hilfe. Sonst machen viele Menschen aus lauter Angst ganz viel falsch.

Wir Bühnenkünstler*innen müssen aus Innen unserem Publikum helfen. Ihnen Musik und Geist bringen, innerlich sie bereichern und stärken, sie in ihrem Wesen und in ihrem empfundenen Sein als Menschen bestätigen und umarmen.

Wenn wir unser Publikum jetzt allein lassen, in dieser von Angst und Unsicherheit durchseuchten Lage, in dieser Ohnmacht und Gestaltungsleere, dann verlieren wir es.

Michael Engelhardt geht mit seinen Hölderlin-Programmen ins Internet und in Schweizer Kinos. Zwischen den Jahren, zwischen Weihnachten und Neujahr, mit einem

Festival der Gespräche über Sprache

und im Januar mit vier weiteren Vorstellungen in Schweizer Kinos.

In den letzten Wochen wurde alles uns Mögliche (und bezahlbare) unternommen, um die Infrastruktur auf zu stellen. Jetzt geht es nicht mehr alleine. Jetzt müssen die aufgeklärten Geister ran.

In diesem Sinne: lasst uns Gutes tun und darüber reden.

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Nach den nicht-abgesagten Vorstellungen im August und September 2020 erreichte uns diese E-Mail:

„Wir trafen Hölderlin in Luzern

Er befreit Hölderlin aus dem Elfenbeinturm: Michael Engelhardt, der ganz andere Rezitator. Er gestaltet aus der Melodie der Gedichte ihre Aussage – aus dem Klang der Wörter, aus ihrem Rhythmus. Jede Silbe erhält ihre Bedeutung, jeder Vers lässt so seine eigene Dynamik erstrahlen.

Michael Engelhardt zitiert Hölderlins Gedichte nicht aus dem Gedächtnis – vielmehr aus Leib und Seele, aus Begeisterung für das klingende Versmass: Es eröffnet uns die neue Perspektive eines hellwachen Bewusstseins, jenseits von richtig und falsch.
Reine Freude!

Vor Deiner unglaublich faszinierenden, alle Sinne in Erregung versetzenden Darbietung verneigen wir uns in Dankbarkeit.“

Danke gleichfalls. Denn nichts ist schöner, als ein Publikum, welches den Sänger ganz hört.